In Gedenken an...


...Der Sizilianer

Friedrich-Ebert-Straße 40

Tel. 05921-

(Küche: Italienisch)

 

 

Kategorie: Einfach bis Mittel

Der Sizilianer in Nordhorn gab sich geheimnisvoll. Denn weder die Internetpräsenz vom Sizilianer noch der Schaukasten am Restaurant in Nordhorn gab dem Euroman die Gelegenheit, sich vorab über das Speisenangebot und die Preise zu informieren.

Was jedoch beide Informationsquellen vom Sizilianer in Nordhorn erwecken ist zumindest Neugier. Diese Neugier wird u.a. durch Sätze, wie den folgenden aus der Internetpräsenz entnommen, erweckt:

"Das Spielen mit frischen Gewürzen wie Beispiel Oregano, Basilikum oder Majoran lässt die Gerichte zu einem genussvollen Erlebnis werden.[...]

Unterstrichen wird diese Lebensweise durch das moderne und gradlinige Ambiente des Restaurants. Kein überfülltes Szenerestaurant, sondern der ruhige und entspannende Weg sein Essen mit Freunden oder Geschäftspartner zu genießen."

 

Erleben konnte der Euroman dort jedenfalls erstmal die totale Offenheit. Denn die Küche ist nur durch eine Theke vom Gastraum getrennt, also offen. So hat der Gast sozusagen seine Speisen je nach Sitzplatz fest im Blick.

Die Sitznachbarn allerdings auch. Bei der Enge, dieser kalt wirkenden Gastlandschaft, mit über dreißig Sitzplätzen und einer dadurch entstehenen enormen Lautstärke auch kein Wunder.

Zugegeben, der Vergleich mit diesem kalten, nüchternen Kantinencharme mit einem Transporter für Schweine ist gewagt und überzogen. Zumal der Transporter schließlich etwas transportiert, sich nicht hinter irgendwelchen sinnfreien Aussagen, wie auf der Internetpräsenz des Restauants, versteckt.

 

Was der Sizilianer "transportiert" war zumindest eine gelungene indirekte Beleuchtung und glücklichweise keine weiße, sondern eine gedeckte Wandfarbe, die diese Lokalität, diese Masse von Gästen auf engstem Raum in gutes Licht setzte.

 

Nicht überzeugen konnte den Euroman dagegen die Servicekraft. Wenig freundlich, nicht gerade einladend und in trauriger Routiniertheit erstarrt dienen hier als Stichworte.

Fehlende Übersicht, was die Getränkeversorgung und das Tapsen in die berühmte Martinifalle vom Euroman anging, ist ein weiteres. Wobei das den Restaurantinspektor im Sizilianer nicht wunderte. Denn schließlich war diese Dame ganz alleine für die über dreißg Gäste verantwortlich.

 

Was nicht für die Küche zutraf. Dort waren drei Personen für die Speisen, die laut Speisekarte ohne Geschmacksverstärker auskommt, zuständig. Eine Auswirkung auf die Wartezeit der Speisen hatte dieses Personenaufgebot allerdings nicht.

Es dauerte von der Bestellung bis zur Lieferung des Rumpsteaks mit Bratkartoffeln und Pfeffersauce (16,50€) und der vegetarischen Pizza (8,50€) fast eine ganze Stunde.

 

Wurde die lange Wartezeit mit einem Ausflug in die Küche der Frische und geschmacklicher Köstlichkeit belohnt?

Klares nein! Die auf Blech gebackene Pizza war diesen kleinen entscheidenen Tick zu lange im Ofen und im Geschmack flau, gewürztechnisch arm im Geschmack.

Das durchgebratene dünne und kleine Rumpsteak, welches in Punkto Portionsgröße einem Seniorenteller zur Ehre gereicht hätte, war zwar zart. Doch die "Interpretation" der Bratkartoffeln, die schlicht geviertelt daherkamen, die wie nur kurz durch die Pfanne geschwenkt schmeckten und damit auch kein Aroma von den wenigen Zwiebelstückchen und Speck hätten annehmen können, waren desaströs und auch sehr kühl.

Die Pfeffersauce mit ihrer orangenen Farbe konnte beim Euroman dagegen punkten. Denn diese brachte was auf die Zunge.

 

Natürlich schaute der Euroman sich auch die im Keller liegenden Toiletten, die sich übrigens sauber präsentierten, an. Mehr in der Bildergalerie:

Fazit: Der Anspruch des Sizilianer und die Realität bilden hier keine liebevoll Einheit.


(Geschlossen im Jahr 2013)