Restaurantinspektor Euroman traf im Februar 2012 den Sternekoch Björn Freitag in Dorsten und inspizierte den "Goldener Anker" .

Zwei Kinder aus Gelsenkirchen!

Wobei das mit den Kindern aus Gelsenkirchen schon so eine Sache ist. Denn zwar sind sowohl der Euroman wie auch Björn Freitag in Gelsenkirchen geboren. Doch lange gelebt hat nur der Euroman in Gelsenkirchen.

Björn Freitag dagegen wurde dort nur geboren, um dann nach seiner Geburt in dem Haus Lippetor 4, welches auch den Goldenen Anker beherbergt, groß zu werden.

Damit ist der Sternekoch also eigentlich kein "richtiger" Gelsenkirchener und auch der vor dem Haus liegende Anker ist nicht aus Gold.

Gold dagegen war die unproblematische Kontaktaufnahme mit Björn Freitag. Denn der Sternekoch antwortete sofort auf den Wunsch des Euroman nach einem Treffen. Denn um alles was ihn direkt und sein Restaurant beträfe, kümmere er sich nach eigener Aussage höchstpersönlich.

So saßen sich also im hinteren Teil des Restaurants, welches um diese Uhrzeit noch geschlossen war, zwei gegenüber, die sonst einiges trennt.

Denn schließlich ist der eine Koch und der andere Restaurantkritiker. Aber neben der Geburtsstadt haben beide auch einiges gemeinsam. So sind beide, der eine sogar beruflich,  mit dem Herzen Schalke 04 verbunden, sind beide Sternzeichen Zwillinge und wenn der eine seinen Geburtstag feiert, feiert der andere seinen Hochzeitstag.

 

Was die beiden Herren der Gastroszene, die zwei Gastrogesichter, so besprachen lesen Sie im Magazin auf gastrogesicht.de, dem Blogmagazin vom Euroman. Denn hier, in diesem Bericht steht das Sterne-Restaurant von Björn Freitag, der Goldener Anker im Mittelpunkt.

Wobei die Bezeichnung Mittelpunkt schon ein mal die Lage des Restaurants trifft. Denn der Goldener Anker liegt in der Innenstadt von Dorsten.


Allerdings ist das Restaurant mit dem Auto nur über eine kleine enge Straße zu erreichen. Auch ist der zum Restaurant gehörende Parkplatz recht klein.


Das Alter des Gebäudes ist zumindest von aussen erkennbar und wartet im Innern mit einem Aha-Effekt auf seine Gäste.

Einen Aha-Effekt, den der Schaukasten beim Euroman nicht gerade auslöste.

Doch im Innern wird das Restaurant mit seinen 35 Plätzen zum kleinen, aber sehr feinen Schmuckkästchen.

Der Thekenbereich zeigte sich von seiner besten Seite.

Das Kaminzimmer mit 16 Plätzen im Keller, welches auch als Raucherbereich dient, zeigt sie noch, die alten Zeiten.


Allerdings will Björn Freitag das Kaminzimmer in nächster Zeit umbauen. Denn im jetzigen Zustand hat es zwar Charme, ist aber deutlich konträr zum Rest.

Auch anders als erwartet zeigte sich die Küche im Goldener Anker. Denn mit so einer kleinen Küche hatte der Euroman nicht gerechnet.

Allerdings zeigt das Bild auch nur die obere Küche. Im Untergeschoß befindet sich noch eine Vorbereitungsküche. Diese wurde vom Euroman aber nicht inspiziert.

Inspiziert wurden vom Euroman natürlich auch die Toiletten im Goldener Anker. Auf dem Weg dorthin kommt der Gast auch an dem rechts zu sehenden Tisch vorbei und hat die Möglichkeit, sich Björn Freitag in Buchform mit nach zu Hause zu nehmen.

 

Die Toiletten im Goldener Anker befinden sich im Keller des Hauses, in direkter Nähe des Kaminzimmers und präsentierten sich von einer Seite, die einfach nur super zu nennen ist und in seiner Ausstattung seinesgleichen sucht.

Lichttechnisch, designmäßig und einfach nur gefühlt zeigt sich das Restaurant hier zum einen stimmig mit dem Hauptgastraum und zum anderen war er hier auf den Toiletten auch noch spürbar, der Geist und Anspruch, den der Goldener Anker hat.

Also alles toll und super im Anker?


Klare Antwort: Nein, und das sieht auch Björn Freitag so. Denn beim genauen Hinsehen, z.B. bei den 1000,-€ teuren Stühlen, zeigten sich, trotz kurzer Einsatzzeit, deutliche Abnutzungserscheinungen. Deshalb werden diese demnächst auch ausgetauscht bzw. wurden beim Hersteller reklamiert.

Denn hier scheint es ein Qualitätsproblem seitens des Hersteller gegeben zu haben.

Doch wäre das Restaurant, die Küche für den Euroman eigentlich etwas, was ihn reizen würde? Nein! Dafür fehlt es ihm einfach an einer gewissen Intimität bzw. Weite im Gastraum.

Denn der Gastraum ist nun einmal etwas beeengt bzw. hätte für den Euroman nicht den Wohlfühlfaktor, würde bei ihm, trotz des sehr guten Zusammenspiels mit den Toiletten nur 11 Punkte von 15 möglichen Punkten (Kategorie: Gehoben), welches ein volles gut, aber eben nicht sehr gut wäre, im Bereich Ambiente erreichen.

 

Aber, und das spricht für den Euroman hauptsächlich gegen das Restaurant, es ist ihm schlicht zu teuer. Er wäre nicht bereit 96,-€ für ein 6-Gänge-Menue plus 44,-€ für korrespondierende Weine zu bezahlen. Da fehlt ihm es einfach an der nötigen Dekadenz, die eben nötig ist, aber wenn diese vorhanden, auch völlig okay ist.

 

Außerdem hätte der Euroman ein großes Speisenproblem. Denn Wachtelbrust oder Gänseleber, um nur zwei Speisen zu nennen, sind nicht das, was der Restaurantinspektor ißt.

 

Für den Euroman gilt schließlich der Spruch: "Alles was essbar ist, muss nicht gegessen werden! Alles was der Mensch verspeisen kann, muss er trotzdem nicht essen."