Restaurantkritiken aus Gronau/Westfalen


Hotel Bergesbuer

Ochtruper Str. 161

Tel. 02562-98233

(Küche: Deutsch)

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Kategorie: Mittel

Das Hotel Restaurant Bergesbuer, welches von Gatom, dem Inspektorassistenten vom Restaurantinspektor Euroman getestet wurde, liegt am östlichen Stadtrand von Gronau/Westfalen und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Denn vor ein paar Jahren zerstörte ein Brand das Bergesbuer komplett und es dauerte einige Jahre, bis es erneuert und vergrößert wieder aufgebaut wurde.

 

Das Gebäude wirkt etwas seltsam proportioniert und auch die Mischung aus dunklem Klinker und hell verputztem Anbau wirkt nicht wie aus einem Guß. Ein großer Baumarkt gegenüber dem Haus trägt auch nicht zu einem gemütlichem Gesamteindruck bei, aber dafür kann das Bergesbuer in Gronau/Westfalen nichts. Denn dieser existierte früher noch nicht.

Der Parkplatz ist sehr geräumig und lässt nicht viel Raum für die Gestaltung von Außenanlagen. Auffällig und gut gemacht sind die beiden riesigen Behindertenparkplätze in unmittelbarer Nähe des Eingangs. Hinter dem Gebäude gibt es eine Wiese mit einem großen Kinderspielplatz, der es – zumindest im Sommer – Eltern erlaube dürfte, auch mal etwas Ruhe beim Essen zu haben.

Der Schaukasten neben dem Eingang fällt nicht sofort ins Auge, bietet aber bereits einen Überblick über das Angebot: Gutbürgerlich mit einer Tendenz zum edleren Anspruch. Besonders gepflegt wirkt der Kasten aber nicht, die ausgehängten Kopien hingen im wahrsten Sinne des Wortes.


Der Eingangsbereich ist in erster Linie auf den Hotelbetrieb ausgerichtet. Links neben der Rezeption liegt ein gemütlich wirkender, wintergartenähnlicher Raum, der aber am Testabend von Gatom nicht zur Verfügung stand. Wendet man sich von der Rezeption nach links, tut sich ein saalartiger Raum auf, der auf den ersten Blick recht edel und modern wirkt. Störend ist die improvisiert wirkende Garderobe, die aus einem verchromten Ständer mit Rollen besteht, wie man ihn normalerweise zum Kleidertransport in Textilgeschäften nutzt. Da hat man wohl am falschen Ende gespart. Positiv fallen die Lesebrillen auf, die für die Gäste bereit liegen.

Der Raum ist hell und die Möbel mit Wänden und Decke modern farblich aufeinander abgestimmt. Hier hat man mit einem hell- dunkel- Design auf Kontraste gesetzt, was zunächst vom Auge als angenehm empfunden wird. Auf Gatom wirkte das Ganze aber nach kurzer Zeit wie eine Wartehalle, ein Eindruck, der durch die sehr helle Beleuchtung durch Deckenstrahler, fehlende Dekoration und gut vernehmbare „Aufzugmusik“  noch verstärkt wurde.

Da Gatom kein Martinifreund bzw. Aperitiftrinker wie der Euroman, sondern eher Biertrinker ist, orderte er Pils bei der sehr schnell, in schwarz und mit Namensschild bekleideten, erscheinenden Bedienung. Die Speisekarten, die er und seine Testbegleitung erhielten, waren etwas abgegriffen und enthielten die erwarteten gutbürgerlichen Gerichte. Der Sinn der roten Papptrennblätter in der Karte erschlossen sich dem Inspektorassistenten allerdings nicht.
Das Pils, das serviert wurde, war leider deutlich unterhalb des Eichstrichs und wirkte recht schal. Hier hätte ein weiterer Schuß aus dem Zapfhahn beide Mängel leicht beheben können. Dass die Gläser ordentlich mit dem Emblem zum Gast gedreht wurden  wirkte routiniert. Die voran gegangene Übung im Bierdeckelweitwurf auch.

Bestellt wurde Poulardensteak mit Pommes und Salat von Buffet (13,20 €) und das Wildgulasch mit Bandnudeln, frischem Gemüse und einer mit Preiselbeeren gefüllten Birne (12,90 €).
Zunächst wurden Baguettescheiben mit drei verschiedenen Dips (Thunfisch, Curry, Knoblauch) serviert, die sehr gut schmeckten.

Der Besuch am Salatbufett mit zum Teil frischen Zutaten, extrem viel Auswahl und drei Salatsaucen befriedigte die Ansprüche komplett - zumal auch nicht immer übliche Speisen wie gekochte Eier und Thunfisch angeboten wurden.

Um es vorweg zu nehmen: was dann kam, konnte es mit der Vorspeise und dem Salatbufett nicht aufnehmen.

Das Essen wurde nach etwa 20 Minuten auf vorgewärmten Tellern serviert und war optisch durchaus ansprechend. Weniger ansprechend waren die übersalzenen Pommes Frites und die teilweise brettharten, angekokelten Bandnudeln, die den Eindruck machten, in einer Pfanne aufgewärmt worden zu sein. Das Gemüse (Brokkoli, Wirsing und Zucchini) war in Ordnung, jedoch befand sich zwischen den Wirsingstreifen ein Brocken von etwa 7 x 2 cm. Das Wildgulasch war pikant und schmackhaft. Aber auch hier stellte sich keine totale Zufriedenheit ein, da einige Stücke recht zäh und teilweise auch knorpelig waren. Satt wurde man dennoch, auch wenn man das eine oder andere Stück lieber beiseite legte. Auch die Dosenbirne mit Preiselbeeren war okay und wurde sehr schnell gebracht – nachdem die Servicekraft darauf hingewiesen worden war, dass diese zwar auf der Speisekarte, nicht jedoch auf dem Teller vorhanden war.

Das zweite Bier wies dieselben Eigenschaften auf wie das erste. Zapfen darf also weiterhin noch geübt werden.

Die Toiletten, die zwischendurch inspiziert wurden, waren modern und sauber und entsprachen dem nüchternen und modernen Gesamteindruck des Bergesbuer. Festgestellte Makel waren der Brandfleck auf der Ablage im Herren WC und ein gut sichtbarer Insektenfriedhof in der Deckenlampe.

Am Schluss bewies die Bedienung, mit der Gatom zufrieden war und die immer wieder an den Tisch kam, um nach dem Rechten zu sehen, Reaktionsfähigkeit und Beobachtungsgabe. Eine liegen gelassene Geldbörse wurde Gatom im Renntempo nachgebracht und noch vor dem Eingang übergeben.

 

Fazit: Irgendwie ganz "nett". Doch gastronomische Lichtblicke sehen anders aus!

Das Ergebnis vom Erlebnis:


Essen: 7 Punkte

Service: 10 Punkte

Ambiente: 8 Punkte

Sauberkeit: 11 Punkte


Gesamtpunktzahl: 9 von 15 Punkten

-durchwachsen-

 (Besucht im Februar 2012)

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Die Testkriterien vom Restaurantinspektor finden Sie hier.